Keine Fahrsicherheit nach Mischkonsum kleiner Mengen Cannabis und Alkohol  

Etwa fünf Millionen Menschen in Deutschland konsumieren Cannabis, annähernd eine halbe Million von ihnen in riskantem, suchtartigem Ausmaß. Trotz Verbots setzen sich viele „zugedröhnt“ ans Steuer und gefährden den Verkehr. Für Polizeibeamte ist es – trotz fachlicher Schulung – schwierig bis unmöglich, Cannabis-Fahrer rechtzeitig zu identifizieren. Ewald Brandt, Paul Brieler, Klaus Püschel und Kollegen berichten über die Problematik in ihrem Reader Cannabis – eine Gefahr für die Verkehrssicherheit (?)

Zulässig ist für Kraftfahrer im Straßenverkehr ein THC-Höchstwert von 3,5ng/ml im Blutserum. „Jüngste Studien zeigen, dass die derzeit regional im Einsatz befindlichen Speichel- und Urinvortests den aktuellen THC-Grenzwert nur unzureichend abbilden. Grundsätzlich erscheint eine 100%ige Übereinstimmung von Vortest und Blutprobenergebnis allein aufgrund der Voraussetzungen (zwingender Matrixwechsel, Zeitintervall zwischen Vortest und Blutentnahme etc) nicht erreichbar, und erst recht dürften Grenzwerte durch einen Vortest nicht absolut verlässlich abzubilden sein. Drogenvortest-Systeme sollten in diesem Kontext daher im polizeilichen Alltag als Ergänzung zu einer qualifizierten Drogenerkennung betrachtet werden, nicht etwa als deren Ersatz.“

Eine besondere Gefahr sehen die Autoren bei einem Mischkonsum von Cannabis plus Alkohol. Hat der Fahrer beide Substanzenin in je zulässigem Ausmaß konsumiert, können sie sich gefährlich potenzieren. In einer Studie haben Probanden geringe Cannabis-Mengen (0,2mg THC/kg Körpergewicht) geraucht sowie Alkohol im BAK-Bereich von 0,4 Promille konsumiert; die Gesamtwirkung war einer Blutalkoholkonzentration von bis zu 1,4 Promille vergleichbar. „Nachdrücklich zu unterstützen ist daher die Entschließung des Bundesrats zum Verbot des Mischkonsums von Cannabis und Alkohol im Straßenverkehr.“ 

Cannabis – eine Gefahr für die Verkehrssicherheit (?)

Brandt, Ewald; Brieler, Paul; Püschel, Klaus (Hrsg.)

Pabst, 186 Seiten

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