Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit: Patienten bevorzugen ganztägig ambulante Rehabilitation

Ist bei Alkohol- und Medikamentenabhängigen eher eine stationäre oder eine ambulante ganztägige Rehabilitation aussichtsreich? Dr. Martina Tebar (Stuttgart) verglich beide Settings und beobachtete: „Bezüglich des Rückfallgeschehens lässt sich in der Tagesklinik ein hoher Anteil einmaliger und zeitlich begrenzter Rückfälle ausmachen.“ Die tagesklinischen Patienten sind allerdings zufriedener und zeigen weniger Unterstützungsbedarf. „Hinsichtlich ihres Nachsorgeverhaltens halten sie den Kontakt zu einer Suchtberatungsstelle und besuchen eine Selbsthilfegruppe. Für keines der spezifischen Behandlungssettings können Prädiktoren zu einem späteren Behandlungserfolg formuliert werden. Wiederholerpatienten profitieren allerdings tendenziell stärker in der tagesklinischen Behandlung als in stationären Settings.“ Die ambulant tagesklinische Behandlung wird von vielen Betroffenen bevorzugt, ist kostengünstiger und „stellt eine effektive Therapiemaßnahme auch für Patienten mit weniger günstigen Ausgangsbedingungen dar.“

Ganztägig ambulante Rehabilitation von Alkohol- und Medikamentenabhängigen – Indikation und Wirksamkeit
Tebar, M.
Pabst, 238 Seiten