Deutschland belastet Tabakprodukte mit den niedrigsten Steuern in der EU

Etwa 15 Milliarden Euro Tabaksteuer kassiert der deutsche Staat jährlich. Dem stehen fast 100 Milliarden Euro öffentlich finanzierte Folgekosten des Nikotinkonsums gegenüber – Krankenversorgung, Arbeitslosigkeit, vorzeitige Berentung, Umweltschäden u.a.  Der aktuelle Tabakatlas belegt, dass der deutsche Finanzminister dennoch den Rauchern weit weniger Steuern abverlangt als alle seine EU-Kollegen.

Im Preis einer 20er Zigarettenpackung in Deutschland sind 48,5% Tabaksteuer plus 16% Mehrwertsteuer enthalten; nicht ganz so bescheiden kassiert der österreichische Finanzminister: 57,3% Tabaksteuer und 16,7% Mehrwertsteuer. Die WHO empfiehlt einen Gesamtsteueranteil von 75%. Einige Staaten gehen weit darüber hinaus; am kräftigsten greifen zwei nordische Staaten zu: Finnland mit 70,1% Tabaksteuer plus 19,4% Mehrwertsteuer, Estland mit 71,5% Tabaksteuer plus 16,7% Mehrwertsteuer.

Der Tabakkonsum geht weiterhin leicht zurück, bleibt jedoch ein lukratives Geschäft; 2024 genehmigten sich RaucherInnen in Deutschland 66,2 Milliarden Zigaretten, 2,3 Milliarden Zigarren/Zigarillos,  mehr als 25.000 Tonnen Feinschnitt für selbstgedrehte Zigaretten, 2,3 Milliarden Zigarren/Zigarillos, fast 1300 Tonnen Wasserpfeifentabak, 1,3 Millionen Liter Liquids und vorbefüllte E-Zigaretten. Die Pfeifenraucher scheinen auszusterben, nur 314 Tonnen Pfeifentabak wurden 2024 in Rauch und Asche aufgelöst. 

Der Tabakatlas bietet eine Fülle interessanter, teils überraschender Daten – etwa über die wenig rauchenden Bayern und die kräftig quarzenden Mecklenburger …

Tabakatlas Deutschland 2025
Deutsches Krebsforschungszentrum, Deutsche Krebshilfe (Hrsg.)
Pabst, 256 Seiten

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